Beim Anschüren des Eisvogels – Nature Writing oder vom Schreiben aus dem Gelände
Lesung und Gespräch mit Leonhard F. Seidl
Während zahlreicher Aufenthalte in Nationalparks und anderen Orten großer natürlicher Schönheit entstanden Leonhard F. Seidls Erzählungen und Essays. In ihnen verwebt er die Geschichten der jeweiligen Regionen mit seinen eigenen Erlebnissen und Empfindungen. Der Mythos von Alkyon erzählt ihm von der Witwe, deren Trauer um ihren ertrunkenen Mann sie selbst ins Meer trieb, wo die Götter beide in Eisvögel verwandelten.
Seidl begegnet seinem Eisvogel im österreichisch-tschechischen Nationalpark Thayatal / Podyjí an der Grenze des einstigen “Eisernen Vorhangs”. Und er sitzt auf dem Schwemmholzstapel im Taubertal, wo Schandtauber und Tauber sich vereinen. Dort heben sich die Grenzen zwischen den Staaten, Innen und Außen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf.
In Weißenburg wird er aus seinem Buch lesen und im Gespräch mit Sandra Buchholz-Reinberger (Leiterin der Stadtbibliothek) und Ralf Weißer (Leiter der Volkshochschule Weißenburg) berichten, was Nature Writing eigentlich ist, welche gesellschaftspolitischen Ansätze ihm beim Schreiben wichtig sind und ob Literatur unser Denken über die Umwelt verändern kann.